Sebastian Steude
Klettertour: Eislhörnl - Winterbesteigung von Sebastian Steude

25.02.2020 · Berchtesgadener Alpen

Eislhörnl - Winterbesteigung

Schwierigkeit

M3

Ernsthaftigkeit

E4

Länge

150m

Zeit

1-2 Std.

Exposition

Nordwest

Erstbegeher

S. Steude, 2020 (auf der Route vermutlich noch nicht erklettert), Westwand: L. Schifferer, O. Neumayr, 1920

Völlig unscheinbar und abgelegen reckt sich das Eislhörnl in einem kleinen Seitental des Sittersbachtals gen Himmel – wohlgemerkt auf der rechten Seite des Sittersbachtals. Man muss dazu wissen, dass das Tal in der Mitte durch einen tiefen Graben geteilt wird, und ein erster Versuch einer Besteigung im Januar vereitelt wurde, weil mich die Latschen auf die falsche Seite geleitet hatten.

Im Februar startete ich dann einen zweiten Versuch und kämpfte mich durch extrem weichen Schnee nach oben. Gegen Mittag erreichte ich schließlich den Wandfuß der Westwand. Links einer kleinen Rinne stieg ich in die Felsen ein und kletterte über kombiniertes Gelände empor, bis ich nach rechts auf ein breites Schneeband queren konnte, das schließlich zu einer Nische leitete. Oberhalb der Nische führte eine steile Rampe nach rechts zum Grat und bot schöne Kletterei (M3).

Die letzten Meter zum Grat waren sehr brüchig und vor allem nach Osten stark ausgesetzt. Ich rastete kurz auf dem schmalen Gipfel, kletterte den Grat zurück und seilte mich zur Nische ab. Danach kletterte ich über vereiste Rinnen und Schneeabsätze gerade nach Westen ab und erreichte am frühen Nachmittag wieder wohlbehalten das Kar.

Charakter

Nette Winterkletterei auf einen abgelegenen Gipfel im Hochkaltermassiv.

Absicherung

Keine fixe Absicherung vorhanden. Vom Gipfel kann man über die kurze Westwand abseilen oder abklettern.

Zustieg

Vom Wanderparkplatz im Klausbachtal ins Sittersbachtal. Erst links vom Talgrund, dann rechts ins Eislkar und zum Wandfuß der Nordwestwand (3 Std.).

Abstieg

Vom Gipfel seilt oder klettert man über die Westwand zum Wandfuß ab. Anschließend steigt man durch das Eislkar ins Sittersbachtal ab und gelangt über den bekannten Aufstiegsweg zurück zum Parkplatz (2–3 Std.).

Bilder