Am rechten Rand des Wartsteinkars befindet sich mit der Wartsteinkante (VII−) ein weiterer Klassiker der Seilschaft Hinterstoißer/Kurz. Im Sommer 1934 starteten die beiden einen ersten Anlauf an der markanten Kante, an der sich zuvor bereits namhafte Seilschaften aus dem Traunsteiner Raum versucht hatten.
Nach einem Sturz von Hinterstoißer und einem Schlechtwettereinbruch mussten sie jedoch aufgeben und abseilen – ebenso im Jahr darauf. Am 12. August 1935 sollte es schließlich gelingen: Nach einem luftigen Biwak erreichten sie den Ausstieg auf die Hochfläche.
Inzwischen ist der berühmte „Holzkeilriss“ in der vierten Seillänge zwar durch zwei Bohrhaken entschärft, doch an dieser mit 7− bewerteten Schlüsselstelle muss nach wie vor kräftig hingelangt werden.
Charakter
Schöner alpiner Klassiker mit zwei schweren Seillängen im unteren Wandteil. Die Route wurde in die illustre Gruppe der Pausetouren aufgenommen.
Absicherung
Sanft sanierte Alpinroute mit gebohrten Standplätzen und einigen Bohrhaken an den schwersten Stellen. Dazwischen finden sich zahlreiche Normalhaken. Zusätzliche mobile Absicherung ist gut möglich.
Zustieg
Von Oberjettenberg auf einem unmarkierten Steig ins Wartsteinkar. Im Kar rechts über eine Schrofenrampe (I–II) zum Einstieg aufsteigen (2 Std.).
Abstieg
Vom Gipfel über ausgeschnittene Latschengassen zur Seilbahnstation und über das versicherte Wartsteinband (I) zurück ins Kar. Anschließend auf dem bekannten Aufstiegsweg zurück zum Parkplatz. (1½–2 Std.)